Reisebericht von Sitasma Michel

Als ich relativ kurzfristig erfahren habe, dass es am 26.8.2015 nach Südindien geht, habe ich zu allererst mein Visum beantragt. Das Flugzeug startete pünktlich um 10:50 und landete um 24:00 Ortszeit in Chennai. Da es seit Ende 2014 das sogenannte e-tourist Visa (eTV) gibt, das man einfach online beantragen kann, war dieser erste Schritt somit schnell erledigt. Ich habe die Seite https://indianvisaonline.gov.in/ aufgerufen, das Formular ausgefüllt, meinen Reisepass und ein Passfoto eingescannt und innerhalb von 3 Tagen das Visum per E-Mail zugeschickt bekommen. Diese neue Art der Visumsbeschaffung erspart einem lange Wartezeiten im Konsulat und ist einfach und bequem von zu Hause aus machbar.

Am 26. August ging es dann los. Ich hatte einen Non-Stop Flug von Frankfurt nach Chennai gebucht, was natürlich sehr angenehm ist, wenn man so eine weite Stecke fliegt. Das Flugzeug startete pünktlich um 10:50 und landete um 24:00 Ortszeit in Chennai. (Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Indien beträgt 4,5 Stunden). Hier wurde ich dann nach problemloser Passkontrolle und Gepäckabholung von einem Repräsentanten von Sita und meiner Kollegin Shruti in Empfang genommen. Der Repräsentant stand mit einem gut leserlichen Schild im Empfangsbereich des Flughafens mit der für SITA typischen Uniform gekleidet. Er hat mir dann mit meinem Gepäck geholfen und unser Fahrer Murali, der uns auch in den nächsten Wochen begleiten sollte, hat das Auto vorgefahren.

Das Hotel Rain Tree St. Marys liegt ca. 1 Stunde vom Flughafen Chennai entfernt und ist ein gutes 4* Hotel. Der Standort ist sehr zentral und von hier aus kann man zu Fuß viele Sehenswürdigkeiten erreichen.

Chennai

Am nächsten Tag ging es auch schon sehr früh los zu einem Ausflug, der von unserem „Destination Knowledge Center“ entdeckt wurde. Der Name der Aktivität lautet „Story telling with the lady“ und wird von der Organisation „Story trails“ organisiert. Eine sehr freundliche und lebhafte Dame mit dem Namen Akila hat uns bereits morgens um 7 Uhr in Empfang genommen, um mit uns durch Chennai zu spazieren und uns durch lustige und interessante Erzählungen die Geschichte Chennais sowie die des Hinduismus nahe zu bringen. Während der Tour haben wir unter anderem den Kapaliswarar Tempel und die San Thomas Kirche besichtigt. Zum Abschluss sind wir dann noch Dosas essen gegangen, was sich als mein absolutes Lieblingsgericht in Südindien entpuppt hat. Dosas sind vergleichbar mit Crèpes, jedoch viel dünner. Am Nachmittag haben wir dann unseren deutschsprachigen Guide getroffen. Die Dame mit dem Namen Lata hat mich wirklich beeindruckt. Ihr Deutsch ist hervorragend und sie hat uns mit ihren Erzählungen in ihren Bann gezogen. Allerdings muss ich sagen, dass es in Chennai wohl reicht, wenn man entweder die Story Trails oder einen Guide bucht, da sich einiges überschneidet. Nichtsdestotrotz hatten wir mit Lata eine schöne Zeit. Sie hat uns viele interessante Ecken von Chennai gezeigt (Marina Beach, Wohnsiedlung der Fischer). Am Abend sind wir dann nach Mahabalipuram gefahren und haben unser Zimmer im Hotel Grande Bay bezogen, in dem wir für 2 Nächte untergebracht waren.

Bild: Kapaliswarar Tempel

Mahaballipuram

Am Morgen des nächsten Tages erwartete uns Lata bereits in der Hotellobby. Heute ging es zur Sightseeing Tour in die Stadt Mahaballipuram, die vom Tsunami im Jahre 2014 recht viel abbekommen hatte. Hier besichtigten wir einige der Tempel, unter anderem den berühmten Shore Tempel. Nach einigen Hotelbesichtigungen haben wir den Abend dann am Strand von Mahaballipuram ausklingen lassen.

Bild: Shore Temple Mahaballipuram

Pondicherry

Samstags sind wir nach Pondicherry gefahren und haben uns zuerst das Französische Viertel dort angeguckt. Man kam sich vor wie in Frankreich, da die Straßen französische Namen hatten und offensichtlich französische Architekten am Werk waren. Nach der Führung durch das französische Viertel wurde der Guide gewechselt und eine nette junge Dame hat uns den Aurubindo Ashram und weitere Sehenswürdigkeiten gezeigt. Der Tag endete mit einer Rickschafahrt und einem hervorragenden Abendessen auf dem Dach eines Hotels der CGH Gruppe.

Bilder: French Quarter Pondicherry

Indien Markt

 

Thanjavur, Chettinad, Trichy

Von Pondicherry ging es am nächsten Tag weiter nach Thanjavur. Hier haben wir einige Tempel besichtigt und einiges über die Hindu Geschichte gelernt. In unserem Hotel in Thanjavur haben wir insgesamt 3 Nächte verbracht und von dort aus noch die Orte Trichy und Chettinad besucht. In Chettinad haben wir ein leckeres Mittagessen auf einem Bananenblatt serviert bekommen. Ansonsten ist dies ein kleines Dorf, das für seine Handwerkskunst bekannt ist.

Bild: Gangaikondacholapuram Tempel

 Indien Markt

Madurai

Mittwochs wurden wir nach Madurai gefahren, wo wir zu allererst den Blumenmarkt besuchten. Dieser ist wirklich ein Erlebnis. Man sieht (und riecht) so viele verschiedene Blumen und sieht wie die tollen Girlanden hergestellt werden, die bei Hochzeiten und anderen großen Festivitäten zum Einsatz kommen. Nach weiteren Tempelbesichtigungen, wurden wir am Abend im Hotel zur sogenannten „Foodie Tour“ abgeholt. Die Tour war ein echtes Highlight. Der Guide führte uns zu verschiedenen Steet Food Ständen und kleinen Restaurants und ließ uns die verschiedenen landestypischen Speisen probieren. Nach der Tour waren um einige kulinarische Erfahrungen reicher. Madurai war nun unsere letzte Station im Bundestaat Tamil Nadu.Indien Markt

Bilder: Blumenmarkt, Madurai

Thekkady

Wir erreichten Thekkady, unseren ersten Stop in Kerala, am Nachmittag und da die Stadt etwas erhöht liegt, waren die Temperaturen sehr angenehm. 42° im Schatten in Tamil Nadu, kamen wir hier bei ca. 28° an. Wir wollten uns nur noch draußen aufhalten. In Kerala gibt es im Gegensatz zu Tamil Nadu nicht so viele Tempel, da hier der Anteil der Hinduistischen Bevölkerung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung recht gering ist und die anderen Religionen auch einen recht großen Anteil besitzen. Hier liegt der touristische Fokus auf der Natur. Unser Hotel Cardamon County war aufgebaut wie ein kleines Dorf. Die kleinen Logdes lagen alle an einem sehr schönen, von Gewürzen und Pflanzen umgebenen Weg. Die Hotels in Kerala achten sehr auf eine nachhaltige Nutzung der Umwelt. In Thekkady haben wir neben einer Tour durch eine Gewürzplantage auch ein Elefantencamp besucht, in dem Aktivitäten mit Elefanten angeboten wurden.

Bild: Kakaopflanze

Kumarakom

Freitags durften wir einen halben Tag auf einem Hausboot über die Backwaters in Kumarakom fahren. Auf dem Hausboot wurde uns auch ein leckeres landestypisches Mittagessen serviert. Die Idylle der Backwaters in Zusammenhang mit dem toll ausgestatteten Hausboot kann ich sehr empfehlen. Unser Hotel, Coconut Lagoon war nur mit einem Boot zu erreichen und lag auf einer kleinen Insel.


Bild: Hausboot Backwaters

Cochin

Nach einer kurzen Nacht in dem traumhaften Hotel wurden wir zurück an Land gebracht, wo uns unser Fahrer abgeholt hat. Danach sind wir zur letzten Station dieser facettenreichen Reise gefahren. Cochin ist eine sehr schöne Stadt, die einst von verschiedenen Kolonien (Franzosen, Portugiesen, Holländern) besetzt war. Es gibt hier eine berühmte Tanzform mit dem Namen Kathakali. Hier haben wir eine Aufführung besucht und durften beobachten, wie sich der Darsteller für die Show zurecht gemacht hat. Die Verwandlung war wirklich beeindruckend. Am nächsten Tag haben wir zuerst eine 3-stündige „Walking Tour“ durch Fort Cochin, dem schönsten Stadtteil Cochins, gemacht. Hier haben zugeschaut, wie die Fischer auf traditionelle Weise ihre Fische mit alten Fischernetzen fangen. Außerdem haben wir eine jüdische Synagoge in einem jüdischen Viertel und diverse Kirchen und Plätze besichtigt. Am Abend sind wir dann mit der Airline Indigo Airlines von Cochin nach Delhi gereist, wo diese spannende und vielfältige Reise endete.

Bild: Kathakali Dance Show

Ich kann Südindien jedem als Destination ans Herz legen! Es ist eine facettenreiche Mischung aus Tradition, Kultur und Natur. Es gibt tolle Hotels, die von hektargroßen Strandresorts bis zu kleinen Boutique-Hotels reichen, man kann sehr viel erleben und sich aber trotzdem vom Alltag erholen und das Essen ist absolut lecker. Hier ist für jeden Geschmack das Richtige dabei!