Reisebericht von Bianca Kolić

Namibia gilt als ein Land voller Kontraste und Gegensätze. Ein karges und weites Land, jedoch voll mit leuchtenden Farben und wunderschönen Naturschauspielen. Wer Ruhe und Entschleunigung sucht, ist hier genau richtigund wird sich in die weite und endlose Landschaft, die unzähligen Tierarten, sowie die herzlichen Einwohner Namibias verlieben. Namibia bedeutet pures Abenteuer, und dennoch muss man kein waghalsiger Entdecker sein, um dieses Land und seine Leute zu erleben. Mit unserer Partneragentur Private Safaris Namibia und 10 Kunden aus Deutschland und Österreich machten wir uns auf, diese spannende Destination in 7 Tagen zu erkunden!

Nur knapp 10 Stunden dauert der Flug mit Air Namibia von Frankfurt in Namibias Hauptstadt Windhoek. In der Nebensaison (01.12.–30.06.) fliegt Air Namibia 6 mal die Woche und in der Hauptsaison (01.07.–30.11.) täglich ab Frankfurt nach Windhoek. Bei den Flügen handelt es sich jeweils um Nachtflüge, die morgens in Windhoek ankommen und so den Gästen einen optimalen Programmstart ermöglichen.

NamibiaFür Selbstfahrer empfehlen wir immer eine Übernachtung in Windhoek, da die Gäste so erst einmal in Ruhe ankommen und sich so auch direkt an die afrikanische „Gelassenheit“ gewöhnen und für die nächsten Tage auf den Straßen Namibias Energie tanken können. Namibias Landesfläche ist mehr als doppelt so groß wie die der Bundesrepublik Deutschland und man verbringt selbstverständlich während des Erkundens dieses tollen Landes einen Großteil der Zeit im Fahrzeug. Unser Weg führte uns nach einer kurzen Orientierungsfahrt durch Windhoek und vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt zum Windhoek Country Club Resort. Dort wartete erst mal ein reichhaltiges Frühstückbuffet auf uns. Frisch gestärkt wurden die Zimmer bezogen und im Anschluss begaben wir uns auf eine Hotelbesichtigung. Die Zimmer im Windhoek Country Club werden derzeit über den namibischen Winter alle komplett renoviert. Das Hotel überzeugt mit einer geräumig angelegten Außenanlage, einem Casino sowie einem angrenzenden 18-Loch Golfplatz. Ein kostenfreier Shuttlebus zur 5 Minuten entfernten The Grove Shoppingmall lässt auch die Herzen der Shoppingbegeisterten höher schlagen.

Nach einem kurzen Besuch im Büro unserer Gastgeber-Agentur folgte ein grandioses Abendessen im allseits beliebten Joe’s Beerhouse. Dieses urige, skurrile aber auch charmante Restaurant wird nicht nur von Touristen, sondern auch von Einheimischen geschätzt. Die ersten Berührungen mit regionalen Leckereien wie Oryx-, Kudu- oder auch Springbocksteak und einem kühlen, nach deutschem Reinheitsgebot gebrauten, Hansa Bier rundeten den Abend ab.


Der nächste Tag führte uns durch die roten Sanddünen der Kalahari Wüste auf das Gelände von Intu Afrika, einem Private Game Reserve, auf dem sich unsere Unterkunft die Zebra Kalahari Lodge befand. Zudem beherbergt das Anwesen noch die Zeltlodge Suricate Tentedlodge, sowie Camelthorne Kalahari Lodge. Je nach Gruppengröße können hier die Gäste auf die unterschiedlichen Lodges aufgeteilt werden. Nach einem ausgiebigen Mittagessen mit Blick auf ein kleines Wasserloch, an dem sich u.a. Springböcke und Oryxantilopen tummelten, begab sich ein Teil der Gruppe auf eine Quad-Tour mitten durch den feinen roten Sand. Mit dem Fahrwind um die Nase genossen wir das tolle Panorama der Landschaft und konnten ab und an sogar einige Tiere sehen, die jedoch auf Grund des Lärms unserer Quads eher schnell das Weite suchten.Namibia Giraffe

Nach einem kurzen Wechsel der Fahrzeuge begaben wir uns nun in geräuschärmeren Safarifahrzeugen auf unsere erste Wildbeobachtungsfahrt, bei der wir den Blick auf einige hochgewachsene Giraffen sowie auf die kleinen, putzigen Erdmännchen erhaschen konnten. Natürlich wartete auf einer kleinen Düne bereits der obligatorische Sundowner auf uns. Während also langsam die rötlich, gelb leuchtende Sonne am Horizont verschwand und die Wüstengräser in ein fantastisches Licht tauchte, genossen wir den einheimischen Amarula Drink und einige Biltong Bites (getrocknetes Wildfleisch). Im Anschluss an ein köstliches Abendessen ließen wir den Tag langsam mit gemütlichem Beisammensitzen rund um die Feuerstelle in der Lodge und den leisen Gitarrenklänge Namibiasamt dem dazugehörigen Gesang unseres Guides ausklingen.

 

Bei einem morgendlichen Bushmen Walk lernten wir von den Buschmännern praktische und spannende Details, mit denen uns das Überleben in der Wüste ab nun sicher ist! Wir erfuhren, wie man Wasser in einem Straußenei unter einem Baum versteckt, wie tödliches Pfeilgift gewonnen wird, und wie man Spuren liest und auf die Jagd geht. Vorbei an den kleinen Orten Mariental und Maltahöhe führte uns unser Weg in die Le Mirage Desert Lodge & Spa nahe dem Sesriem Canyon und Sossusvlei. Diese Lodge - gebaut in Form eines marokkanischen Wüstenschlosses - liegt abgeschieden mitten in den orangeleuchtenden Dünen.  Ein idyllischer und liebevoll bepflanzter Innenhof samt Pool und ein luxuriös ausgestatteter Wellnessbereich bilden zusammen mit den 2 Tower Rooms (dem Highlight der Lodge – wer träumt nicht davon einmal unter freiem Himmel zu schlafen?) ein einzigartiges Übernachtungserlebnis, welches nur 21 km vom Eingangstor nach Sossusvlei entfernt liegt. Ein Dinner kann hier gerne auch abseits des Restaurants unter dem nächtlichen Sternenhimmel organisiert werden. Auf Grund der kalten Temperaturen (in Namibia ist derzeit Winter) entschieden wir uns jedoch für ein Essen im Restaurant, welches durch eine kleine Gesangs- und Tanzeinlage der Belegschaft zu einem echten Erlebnis-Dinner wurde!


An Tag vier hieß es für unsere Gruppe früh aufstehen, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang die einmalig schönen Licht- und Schattenspiele auf den Dünen in Sossusvlei zu erleben. Der Startschuss fiel mit Sonnenaufgang, an dem das Tor geöffnet wurde und wir uns in einem Fahrzeugkonvoi unseren Weg durch Sossusvlei bahnten. Vorbei an den bekanntesten Dünen wie Big Daddy oder auch Düne 45 führte uns unser Guide uns eine unbekanntere Düne mitten im trockenen Flussbett gelegen hoch. Die Farbpalette und die vielen Kontraste sind einfach unbeschreibliche Eindrücke und ließen uns nur einmal mehr über die Schönheiten dieses Landes staunen. Nach einem anstrengenden, aber gleichzeitig auch wunderschönen Aufstieg genossen wir im Anschluss wieder am Fuße angekommen ein verspätetes Frühstück/Mittagessen, welches keinerlei Wünsche offen ließ. Auf dem Rückweg besichtigten wir noch kurz den Sesriem Canyon, welcher ca. 5 km südlich des Nationalparkeingangs liegt. Am frühen Nachmittag brachen wir dann Richtung Atlantik Küste nach Swakopmund auf. Ein definitives „Muss“ für einen Zwischenstopp ist die Kleinstsiedlung Solitaire, mit aktuell 92 Einwohnern. Hier kosteten natürlich auch  wir von dem landesweit berühmten Apfelkuchen und müssen sagen: Er schmeckt wirklich gut! Kaum angekommen im Kolonialstil erbauten und ehemaligen Bahnhofsgebäude des Swakopmund Hotels, brachen wir bereits schon zum Abendessen ins Tug Restaurant auf, einem umgebauten Schlepper-Boot, welches an der Strandpromenade in Swakopmund liegt, um dort seine Gäste mit den regionalen Fischspezialitäten zu verwöhnen.


Bei Nebel und leichtem Nieselregen starteten wir in den neuen Tag, um uns unseren Weg entlang der Küstenstraße nach Walvis Bay zu bahnen. Dort angekommen warteten bereits Captain Hans und seine Crew auf ihrem Katamaran auf uns. Eingepackt in Decken und mit Kaffee und Tee begannen wir unsere Erkundungsfahrt durch die Bucht von Walvis Bay.  Unser erster tierischer Begleiter an Bord ließ auch nicht lange auf sich warten. Nikolas, eine von unzähligen Pelzrobben, bahnte sich seinen Weg auf den Katamaran und ließ sich auch durch die unzählig klickenden Kameras nicht aus der Ruhe bringen. Nachdem er seine drei Fische brav verspeist hatte, winkte er uns zum Abschied noch einmal zu und begab sich dann wieder in die kalten Fluten. Weitere Wegbegleiter an Bord waren JJ und Peli, die Pelikane, die am Bug Platz nahmen, sowie Nelson die Möwe, die am Heck ihren Platz fand und sich von der leichten Brise auf dem Meer hin und her schaukeln ließen. Umringt von unzähligen Delfinen schipperten wir bei immer weiter aufklarendem Wetter wieder dem Ufer entgegen.

 

Anschließend ging unsere Fahrt weiter Richtung Inland durch die karge Wüstenlandschaft, entlang des Brandbergmassivs nach Damaraland. Unsere Übernachtungsgelegenheit an diesem Tag war die großzügig angelegte Damara Mopane Lodge. Die 55 Chalets liegen zwischen den vielen Mopane-Bäumen und bestechen mit jeweils eigenem Gemüse- oder Kräutergarten, welcher von einer niedrigen Mauer umgeben ist. In der Lodge fühlt man sich schnell wie in einem eigenen kleinen afrikanischen Dorf.


Namibia ZebrasWieder einmal starteten wir recht früh, um den Etosha Nationalpark zu erreichen. Zunächst führte uns unser Weg zu einem der Hauptwasserlöcher, dem in Okaukuejo, welches direkt neben dem Okaukeujo Rest Camp liegt, das sogar nachts mit Strahlern beleuchtet wird und so auch ein nächtliches Tiererlebnis garantiert! Hier tummeln sich immer zahlreiche Tiere und auch wir konnten hier bereits einige Springböcke, Kudus, Streifengnus und Kuhantilopen ausmachen. Unsere Pirschfahrt in unserem eigenen Kleinbus quer durch den Nationalpark führte uns zu einem weiteren Wasserloch, an dem wir endlich die langersehnten Elefanten entdecken konnten. Eine ganze Herde tummelte sich hier um die Wasserstelle und während die Dickhäuter mit Trinken beschäftigt waren, warteten drum herum die Zebras, Springböcke und Oryxantilopen brav, bis die Elefanten ihnen den Weg zum Wasser frei gaben. Die Hierarchie des Trinkens ist hier ganz klar fest geregelt. Auf unserem Rückweg zum Ausgang konnten wir dann noch einige Meter direkt neben dem Straßenrand zwei Löwen beobachten, die faul im Schatten einiger Büsche lagen. Ihnen schien wohl auch zu heiß zum Jagen zu sein. Wir hielten zudem noch an einem kleinen Aussichtspunkt, an dem die Sonne die weite und trockene Landschaft in der Salztonpfanne so aussehen lässt, als ob man das Meer am Horizont erblicken kann. Unsere letzte Unterkunft und den Abschluss einer atemberaubenden Reise bildete die Epacha Game Lodge & Spa. In dieser exklusiven Lodge mit 18 geräumigen und luxuriösen Chalets auf einem 21.000 Hektar Gelände wurden wir ein letztes Mal nach Strich und Faden verwöhnt. Namibia DämmerungEin weiteres Mal brachen wir zu einem abendlichen Game Drive auf, um eines der 7 Nashörner, welche auf dem Areal leben,  zu sehen. Leider hatten wir kein Glück damit, aber somit haben wir alle mindestens einen guten Grund, erneut nach Namibia zurückzukehren! Selbstverständlich durften wir noch einmal einen spektakuläreren Sonnenuntergang in der Wildnis samt Sundowner genießen. An unserem letzten Abend durften wir zudem ein ganz besonderes Abendessen genießen – ein sogenanntes Boma Dinner. Das Wort Boma stammt aus dem Suaheli und beschreibt einen meist runden Platz, der mit Hölzern (Baumstämmen) oder einer Hecke umzäunt ist und in der Mitte eine Feuerstelle hat. Nach dem wieder einmal köstlichen Essen kam die Gitarre unsere Guides zum Einsatz und wir lieferten tatkräftig gesangliche Begleitung!


Und dann war er auch schon gekommen, der 7.  und letzte Tag unserer Tour. Der Tag begann mit dem Besuch der Okonjima Africat Foundation, einer Organisation, die sich dem Schutz und der Rehabilitation der Großkatzen (Geparden, Leoparden etc.) verschrieben hat. Während unseres Besuchs konnten wir in der Klinik einen Blick auf einen Geparden werfen, welcher gerade zu seiner jährlichen Routineuntersuchung dort war. Im Anschluss begaben wir uns auf die Besichtigung der Unterbringungsmöglichkeiten im Camp. Das Bush Camp  beherbergt 8 Chalets sowie eine Honeymoon Suite, die jeweils sehr abgeschieden liegen und einen wunderschönen Ausblick direkt beim Aufstehen auf die Landschaft bieten. Das Plains Camp bietet 14 Standard Zimmer sowie 10 neu renovierte View Zimmer, von denen man ebenfalls eine tolle Aussicht auf die Wildnis genießen kann. Im Anschluss fuhren wir in ein abgetrenntes Gehege, um ein paar Geparden aus nächster Nähe sehen zu können. In dem doch sehr dichten mit Gras bewachsenen Gelände gestaltete sich die Suche zunächst etwas schwierig, jedoch wusste der Guide letzten Endes doch, wo die Großkatzen zu finden waren und wir wurden mit dem Blick auf zwei Geparden belohnt, die direkt vor unserem Fahrzeug in einem Gebüsch versteckt lagen! Auf unserem Rückweg nach Windhoek führte uns unser Weg noch über den Namibia BaumHolzschnitzer Markt in Okahandja, auf dem noch die letzten Souvenirs vor der Heimreise gekauft werden konnten, bevor wir wieder wohlbehalten nach einigen tausend Kilometern am Flughafen in Windhoek ankamen.

Fazit:

  • Namibia ist ein ausgesprochen faszinierendes Land, das für Entdecker und Abenteurer einiges zu bieten hat, jedoch auch für Gäste, die Erholung und Entschleunigung suchen, bestens geeignet ist.
  • Sowohl für Gruppen- als auch als FIT-Reisende ist Namibia eine interessante Destination.
  • Der 10 stündige Flug geht schneller vorbei als man denkt und aufgrund der geringen Zeitverschiebung fühlt man sich danach direkt bereit das Land und die Herzlichkeit der Bewohner zu entdecken.

 

Sollten Sie nun Interesse an einer Namibiatour verspüren stehen meine Kollegen von Private Safaris Namibia und ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung, um Sie mit weiteren Ideen, Tipps und Vorschlägen zu versorgen. Rufen Sie uns einfach an unter +49 6104 780480!